Junge Veronika
Mama, ich überlege, Regisseurin zu werden.
Mama (beschäftigt, tippt am Computer)
Ach Schatz, ist das nicht eher ein Männerberuf?
Junge Veronika
Gut. Dann frage ich Papa.
Mama
Gut. Er ist in der Küche und macht Lasagne zum Abendessen.
Ich mache ironische Filme über Menschen, denen es gut geht. Filme über Entwurzelung, erzählt als Komödie, weil die Alternative nicht auszuhalten ist.
Ich bin in Belarus geboren und mit 18 nach Deutschland gegangen, auf der Suche nach der künstlerischen Freiheit, die eine konservative postsowjetische Diktatur nicht hergibt. Dieser Wechsel, von einem geschlossenen Land in die offenen und chaotischen Szenen von Frankfurt, London und Berlin, ist bis heute das Thema meiner Arbeit: die Rollen, die Menschen zugeteilt bekommen, was Migration mit einem macht, und die Absurdität der Politik.
Ich bringe Menschen zum Lachen, seit ich klein bin. Meine Mutter nennt mich „einen lebenden Zeichentrickfilm“. Während ich im Film Fuß fasste, Drehbücher entwickelte und Sets leitete, fing ich kurz vor der Pandemie in Frankfurt mit Stand-up an. Eine passend traurige Comedy-Entstehungsgeschichte. Beide Berufe habe ich mit nach Berlin genommen.
Mich interessiert die Geschichte, die gleichzeitig komisch und tragisch ist, und die seltsamen, schwierigen, unheldenhaften Menschen, die sonst zum Klischee oder zur Bösewichtin plattgedrückt werden, osteuropäische besonders. Meine Kurzfilme und Musikvideos liefen auf der Comic-Con, dem Lichter Filmfest, FiSH, Evolution Mallorca und dem Interfilm Berlin. Für meinen Bachelor in Deutschland hatte ich das Friedrich-Ebert-Stipendium, für meinen Master in London das DAAD-Stipendium.
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